CCF 21: TV.Berlin – Interview mit Chefredakteur Dursun Yigit

TV.Berlin ist ein Lokalsender aus der gleichnamigen Hauptstadt. Dessen Chefredakteur Dursun Yigit konnten wir für das Content Creator Festival der Comacon gewinnen, das vom 27. bis 28. August stattfindet. Für das Panel “Streaming vs. Lineares Fernsehen” ist Dursun genau richtig bei uns. Denn TV.Berlin ist sehr darauf bedacht, das klassische Fernsehen mit digitalen On-Demand-Angeboten zu begleiten und kennt die Vor- und Nachteile. Im Interview gibt uns Dursun vorab einen Einblick in die Arbeit von TV.Berlin und wie er die Zukunft des Mediums einschätzt. Am 28. August ist er dann live bei uns im Stream zu sehen.

CCF 21: TV.Berlin – Interview mit Chefredakteur Dursun Yigit

Der Begriff der Content Creation wird intuitiv mit dem digitalen Raum in Verbindung gebracht. Auf Plattformen wie YouTube, TikTok oder Twitch scheint er zu Hause zu sein. Doch kreativschaffende Content Creator*innen produzieren nicht nur für diese neuen Akteurinnen, sondern natürlich auch für die vergleichsweise alten Hasen in der Medienlandschaft wie Radio und Fernsehen.

Einer dieser alten Hasen ist TV.Berlin, ein Lokalsender aus der Hauptstadt mit über dreißigjähriger Erfahrung. Mittlerweile ist das Programm natürlich auch bundesweit zu empfangen und digital verfügbar. Chefredakteur Dursun Yigit konnten wir für das Content Creator Festival (CCF 2021) gewinnen, wo er am 28. August am Panel zum Thema “Streaming vs. Lineares Fernsehen” teilnimmt. Wir haben ihm vorab ein paar Fragen zum Sender TV.Berlin, seiner Arbeit dort und der Teilnahme am Content Creator Festival gestellt.

Berlin als Marke

Dursun, Du bist Chefredakteur bei TV.Berlin. Wie würdest du die Ausrichtung des Senders beschreiben?

Dursun Yigit: TV Berlin ist ein Infotainment-Sender. Das heißt, wir haben Anteile aus Information und Entertainment zusammengeführt und bieten eine gute Mischung aus beiden an. Das ist ein ganz seltenes Format und wir sind hier auf einem guten Weg. Ein paar Bereiche müssen noch attraktiver gestaltet werden, aber daran arbeiten wir.

„Wir wollen die Marke Berlin hinaus tragen und damit auch die Stadt selbst voranbringen.“

Ihr seid nicht nur in Berlin, sondern auch bundesweit zu empfangen.

Dursun Yigit: Richtig, über Magenta-TV sind wir bundesweit zu empfangen. Wir wollen da in Zukunft die Aufmerksamkeit noch steigern. Denn an Berlin sind auch die anderen Bundesländer interessiert und mehr Identifikation mit der Stadt als bei uns gibt es nicht. TV.Berlin ist Berlin. Wir wollen die Marke Berlin hinaus tragen und damit auch die Stadt selbst voranbringen. Deswegen haben wir da viele Aktivitäten, die wegen Corona allerdings in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen waren.

Wie seid ihr bisher durch die Krise gekommen?

Dursun Yigit: Zum einen sind während der Krise die Zahlen der Zuschauenden stark gestiegen. Auf der anderen Seite sind uns viele regionale Kund*innen weggebrochen, die während des Lockdowns nicht öffnen durften. Das hat uns wirtschaftlich natürlich sehr getroffen. Es hatte uns aber geholfen, dass wir unsere Unternehmensstruktur bereits in den Jahren davor abgeschlossen hatten. Die geplante Umsatzsteigerung ist natürlich ausgeblieben. Aber das Geschäft läuft jetzt wieder besser.

 Gibt es hinsichtlich der Mediennutzung noch eine Trennung zwischen Ostberlin und Westberlin?

Dursun Yigit: Bei uns gibt es die nicht, wir haben aus beiden Teilen fast dieselben Zahlen. Das sehe ich auch als eine unserer Stärken an, wir sind quasi Gesamtberliner*innen und kennen unsere Stadt und ihre Bedürfnisse.

Synergieeffekte erzeugen

© Florian Wehde

Ihr seid als Partner beim Content Creator Festival dabei. Was ist daran für euch interessant?

Dursun Yigit: Wir wollen noch stärker im digitalen Bereich aktiv werden, damit auch die digitale Generation dabei sein kann. Deshalb wollen wir Aktionen wie das Content Creator Festival begleiten und unterstützen. So können wir Synergieeffekte erzeugen und Kooperationen eingehen. Für uns ist das Digitale eine wichtige Ergänzung, ohne die das klassische Fernsehen nicht mehr funktioniert.

„In der Kreativwirtschaft liegt ein großes Potential.“

Du wirst auf dem Festival bei einem Panel dabei sein, wo es genau um das Thema Lineares Fernsehen gehen wird. Wie schätzt du als Chefredakteur die Zukunft dieses Mediums ein?

Dursun Yigit: Durch die Digitalisierung verändert sich Vieles. Oft heißt es, niemand gucke noch Fernsehen. Aber das stimmt nicht, auch die junge Generation guckt Fernsehen. Nur die Verbreitungswege haben sich geändert. Früher musstest du dich um 20 Uhr vor dem Fernseher einfinden, um die Nachrichten sehen zu können. Heute gucke ich die Nachrichten, wenn ich Lust und Zeit dazu habe. Es gibt einfach neue Möglichkeiten. Aber diese sind ergänzend zum Fernsehen und deshalb wird das klassische Fernsehen immer eine Zukunft haben, vielleicht jetzt sogar mehr denn je. Ich muss ein Format nicht für nur einen festen Sendeplatz produzieren, sondern kann es auf verschiedenen Kanälen platzieren und damit auch mehr Reichweite erzeugen, was auch mehr Zuschauende und Einnahmen bedeuten kann. Wenn wir das richtig nutzen und einbinden, hat auch das Fernsehen eine Zukunft. Das Content Creator Festival möchten wir hier auch als Plattform des Austauschs mit Kreativschaffenden nutzen.

Wie können Kreativschaffende bei euch mitmachen bzw. seid ihr auf der Suche nach neuen Formaten?

Dursun Yigit: In der Kreativwirtschaft liegt ein großes Potential. Gerade Berlin bietet in diesem Bereich eine ganze Menge. Wir möchten da gerne mit der Branche in den Austausch treten und sind für Kooperationen offen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln.


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